Wunderbrücke

Der SIA initiierte das Projekt Wunderbrücke im Technorama-Park. Nun hat «Technorama Draussen» seine Tore geöffnet.

Mit allen Sinnen interaktive Ingenieurbaukunst erleben? Den Nachwuchs spielerisch für technische Berufe begeistern? Sich in einer einprägsamen Experimentierlandschaft dem Himmel nähern? Das alles ist seit dem 18. April 2021 möglich. Dann öffnete das Technorama in Winterthur den neuen Sektor «Technorama Draussen» samt Wunderbrücke für das Publikum.

Zu bestaunen und zu erkunden sind die 130 Meter lange Wunderbrücke mit einem fünfprozentigen Gefälle und mehreren – im wahrsten Sinne des Wortes – erschütternden Erlebnissen, ein neuer Landschaftspark und rund 30 Grossexponate. Später kommt noch eine Hängebrücke mit einem dynamischen Schwingungsverhalten hinzu, das die Besucherinnen und Besuchern steuern können.

Für Furore dürfte unter anderem das Exponat «Fallendes Wasser» sorgen. Für das Experiment werden fünf Tonnen Wasser vom obersten Punkt der Brückenplattform zum tiefer gelegenen Plattformende geführt, in einem Behälter gesammelt und schlagartig in eine Halfpipe aus schwarzem Beton fallengelassen. Das freiwerdende Wasser bringt die von Conzett Bronzini Partner gestaltete Wunderbrücke regelrecht zum Zittern und schiesst wieder hoch – zehn Meter über das untere Ende der Brückenplattform. Wer mag, kann diesen Effekt für eine kurze Dusche nutzen. Wer lieber wissen möchte, wie es sich anfühlt, aus 17 Metern Höhe scheinbar in die Tiefe zu fallen, begibt sich zur Kragbühne am anderen Ende der Plattform. Wer weitere Abenteuer sucht oder einfach ein bisschen durchatmen möchte, lustwandelt auf dem verzweigten Wegenetz des von Krebs und Herde Landschaftsarchitekten konzipierten Parks oder lässt sich an einem von mehreren Gewässern nieder.

Am schweizweit grössten ausserschulischen Lernort für Naturwissenschaften erhält der SIA mit dem neuen Technorama-Park die einmalige Gelegenheit, jährlich mit Hundertausenden Besucherinnen und Besuchern unmittelbar in Kontakt zu treten, darunter Zehntausende Schülerinnen und Schüler. Sie alle können den Reiz spüren, Natur, Technik und Ästhetik zu vereinen, und durch interdisziplinäre Teamarbeit eine hochwertige Baukultur zu schaffen. Das von der Idee eines Museums für Ingenieurbaukunst inspirierte und von der SIA-Berufsgruppe Ingenieurbau 2009 angestossene Projekt wirbt so für die SIA-Vision eines zukunftsfähigen und nachhaltig gestalteten Lebensraums von hoher Qualität.

Hintergrund des Projekts ist eine Debatte über Ingenieurbaukunst im Museum. Die NZZ veröffentlichte Ende Januar 2009 den Artikel «Künstler ohne Museum».