03.11.2022 | sia online | Kommunikation SIA

Die Trennbarkeit von Bauteilen wird gestärkt

Die Kommission des Nationalrats für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK-N) hat an ihrer letzten Sitzung die parlamentarische Initiative «Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken» beraten und den Vorentwurf gemäss Medienmitteilung von gestern Mittwoch «im Wesentlichen unverändert» verabschiedet. Für den Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (SIA) gehen die Entscheide in die richtige Richtung.

Die UREK-N hat mit ihrer parlamentarischen Initiative «Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken» und der nun beratenen Vorlage einen Schwerpunkt auf das ressourcenschonende Bauen gelegt. Der SIA begrüsst diese Stossrichtung sehr, zumal die Planungsbranche einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten will und kann. Jede Sekunde werden in der Schweiz über 500 kg Bauabfälle durch den Abriss von Bauten produziert – damit ist die Baubranche für 84 Prozent des Abfalls in der Schweiz verantwortlich. Auch verursacht die Erstellung von Gebäuden rund 11 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente – so viel, wie die direkten Emissionen aller fossilen Heizungen in der Schweiz. «Über den ganzen Lebenszyklus hinweg entstehen drei Viertel der CO2- Emissionen bei der Erstellung und nur ein Viertel im Betrieb von Gebäuden», sagt Urs Rieder, Präsident des SIA-Fachrats Energie und SIA-Vizepräsident. «Es ist deshalb sinnvoll, dass die Kommission die Verwendung umweltfreundlicher Baustoffe stärken will. Ausserdem will die Kommission, ganz im Sinne des SIA, die Trennbarkeit von Bauteilen fördern. Wollen wir das Ziel der Kreislaufwirtschaft leben, müssen Gebäude heute richtig geplant werden, damit sie in Zukunft als Materialressourcen genutzt werden können.»

Im März 2022 äusserte sich der SIA im Rahmen der Vernehmlassung zur Vorlage und forderte unter anderem Grenzwerte für die grauen Treibhausgasemissionen bei Neubauten und bei wesentlichen Erneuerungen bestehender Gebäude, die Pflicht zur Erstellung eines Ausweises für den Ressourcenverbrauch von Bauwerken, eine Pflicht für die Trennbarkeit von Bauteilen sowie eine Vorbildfunktion des Bundes beim ressourcenschonenden Bauen mit dem Fokus Lebensdauerverlängerung von Bauwerken. Der SIA hofft, dass die Vorschläge der Stellungnahme Niederschlag fanden, und wird die Publikation der Vorlage und deren Beratungsfortsetzung begleiten.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Urs Rieder, SIA-Vizepräsident und Präsident SIA-Fachrat Energie
Tel.: 079 250 98 11, E-Mail: urs.rieder(at)hslu.ch

Carola Etter-Gick, Mediensprecherin SIA
Tel.: 079 287 16 42, E-Mail: carola.etter(at)sia.ch

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