Wunderbrücke

„Seit Ende Januar 2016 liegt die Baubewilligung für die Wunderbrücke vor. Das ikonografische Ingenieurbauwerk ist Teil einer gross angelegten Erneuerung des Technorama in Winterhur. Die Eröffnung ist für 2019 geplant.“

Das Technorama zählt zu den zehn grössten Schweizer Museen, obwohl es eigentlich kein Museum ist. Als Science Center steht das Technorama für selbstbestimmtes Lernen am Phänomen. Es stellt ein Experimentierfeld bereit, das zur Begegnung mit Phänomenen aus Naturwissenschaften und Technik einlädt. Der Kontakt mit der natürlichen Umgebung liegt da nahe. Bisher befinden sich die Exponate jedoch vorwiegend in fensterlosen Räumen. Das Technorama möchte seine Experimentiermöglichkeiten deshalb erweitern und gestaltet seine Parkanlage ab 2017 grundlegend neu. Nach einem Plan von Rotzler Krebs Partner entsteht ein Science Jungle, der ein spannungsvolles Zusammenspiel von Naturerlebnis und Experimentierstationen ermöglicht.

Blickfang des Science Jungle wird die kühne Konstruktion der Wunderbrücke, die Conzett Bronzini Partner entwarfen. Die W-förmige Stahlkonstruktion hat eine Doppelfunktion: Sie soll zugleich Träger von Exponaten und selber Exponat sein. Über einer Innenstruktur mit fünf Zwischendecks erhebt sich eine 130 m lange Plattform, die auf luftiger Höhe grosszügig Platz für Exponate, Erleben und Verweilen bietet. Ein Längsgefälle von fünf Prozent ermöglicht Experimente mit der Schwerkraft. Vier breite, unterschiedlich geneigte Treppen führen die Besucher hoch zur Plattform. Mit Hilfe eines vertikalen Lifts ist die oberste Ebene ausserdem hindernisfrei erreichbar. Eine bewegliche Kragbühne am höchsten Punkt der Plattform und ein Glasboden lassen die Höhe mit ein wenig Mut besonders intensiv erleben. Vom tiefer gelegenen Plattformende aus stürzt Wasser in ein Tosbecken. Die gesamte Konstruktion ist auf zwei Betonsockeln gelagert, die jeweils auf vier Grossbohrpfählen mit einem Durchmesser von einem Meter und einer Länge von circa 12 m fundiert sind. Die Treppenstufen und der Plattformboden bestehen aus Holz. Nachts werden LED-Strahler die Konstruktion beleuchten.

Das Technorama und der SIA haben die Idee für die Wunderbrücke gemeinsam entwickelt. Neben den Landschaftsarchitekten Rotzler Krebs Partner und den Bauingenieuren Conzett Bronzini Partner wirkten die Wasserbauingenieure Hunziker Betatech und ein Projektleiter von Hämmerle + Partner bei der Planung mit, als beratender Architekt ausserdem Mike Guyer vom Architekturbüro Gigon/Guyer.

Die Realisierung der Wunderbrücke ist nur möglich, wenn sich öffentliche Hand, Private, Firmen und Stiftungen an der Finanzierung beteiligen. Die Suche nach Geldgebern läuft deshalb auf Hochtouren.

Baukultur, Wunderbrücke

TEC21, 34/2015, Erster Schritt zur Wunderbrücke, Claudia Schwalfenberg

 


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