Bauleitung


Welche Pflichten hat die Bauleitung im Zusammenhang mit der COVID-19-Verordnung gegenüber ihren Auftraggebern?

Die Informations- und Beratungspflichten bestehen auch hinsichtlich der Massnahmen im Zusammenhang mit der COVID-19-Verordnung. Insbesondere:

  • Die Bauleitung hat die Auftraggeber umgehend über behördliche Verfügungen und ihre Auswirkungen zu informieren.
  • Die Kosteninformationspflicht ist zu wahren. Dazu gehört, dass auf mögliche Kostenfolgen hingewiesen wird. Auch die Information, dass die Kostenfolgen gegenwärtig noch nicht abschätzbar sind, ist eine Information.
  • Zu informieren ist auch über den bei der Bauleitung anfallenden Mehraufwand für das Umdisponieren, Koordinieren etc. Wie weit ein solcher Aufwand zusätzlich vergütet werden muss, hängt insbesondere vom vereinbarten Vergütungsmodell ab.
  • Zu informieren ist auch über die zeitlichen Auswirkungen. Dabei kann auch die Information, dass die zeitlichen Auswirkungen vorerst nicht abschätzbar sind, eine Information sein.

Im Falle einer Baustellenschliessung (sei es als staatliche Massnahme oder weil Unternehmen der Baustelle fernbleiben) informiert die Bauleitung den Bauherrn. Dabei berät die Bauleitung den Bauherrn hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Handlungsoptionen. Für vertiefte rechtliche Beratungen verweist er die Bauherrschaft an entsprechend spezialisierte Juristen.

Ist die Bauleitung dafür verantwortlich, dass der Gesundheitsschutz auf Baustelle gemäss «Checkliste für Baustellen» des SECO eingehalten wird?
Die Verantwortung tragen die Arbeitgeber – nicht die Bauleitung (ausser für ihre eigenen Mitarbeitenden). Aber: Bauleiterinnen und Bauleiter, die feststellen, dass Arbeitnehmende von Unternehmen auf der Baustelle die Präventionsmassnahmen gemäss der «Checkliste für Baustellen» des SECO nicht einhalten, haben die Betriebe darauf hinzuweisen (Abmahnung) und die Einhaltung zu verlangen.