Vergabewesen

Das Vergabewesen regelt die Beschaffung von Dienstleistungen und Warenlieferungen. Für den SIA steht die Beschaffung von Planerleistungen als intellektuelle Dienstleistungen im Vordergrund. Dem Auftraggeber stehen dafür zwei Beschaffungsformen zur Verfügung:

  • Wettbewerb und Studienauftrag: beste Lösung
  • Leistungsofferte: beste Leistung

beschaffungsformen

Über die gesamte Nutzungsdauer eines Gebäudes sind die Planungskosten im Vergleich zu den Folgekosten gering. Gleichzeitig haben sie eine grosse Hebelwirkung auf die Erstellungs-, Betriebs-, Unterhalts- und Rückbaukosten. Wirtschaftlich ist deshalb eine Beschaffung, mit der die beste Lösung für eine bestimmte Aufgabe ermittelt wird.

Lösungsorientierte Beschaffungsformen
Der SIA hat schon früh mit dem 1877 publizierten „Reglement für öffentliche Concurrenzen“ erste Grundlagen für einen fairen und erfolgreichen Wettbewerb gelegt. Seither wurden die Regeln immer wieder überarbeitet und den sich wandelnden Anforderungen angepasst. Die beiden Ordnungen SIA 142 für Wettbewerbe und SIA 143 für Studienaufträge sind breit anerkannte Regelwerke für die Vergabe von Planerleistungen. Sie fördern die Qualität und dienen dazu, die beste Lösung und den Partner zu deren Realisierung zu finden.

Wettbewerb
Der Architektur- und Ingenieurwettbewerb bietet ein grosses Spektrum an Lösungsmöglichkeiten. Zur Gewährung der objektiven Beurteilung der Beiträge wird er ausschliesslich anonym durchgeführt. Für die meisten Aufgaben hat sich der einstufige Wettbewerb im offenen Verfahren bewährt, da er die grösste Vielfalt von Lösungsmöglichkeiten bietet und für den Auftraggeber wirtschaftlich ist.

Studienauftrag
Der Architektur- und Ingenieurstudienauftrag eignet sich für Verfahren, in denen ein Dialog zwischen den Beteiligten notwendig ist und bei denen die Rahmenbedingungen flexibel gehandhabt werden müssen. Bekannte Anwendungsgebiete sind Aufgaben, bei denen zuerst die Rahmenbedingungen geklärt werden müssen. Zu den Studienaufträgen gehören unter anderem Testplanungen, kooperative Verfahren oder Ideenkonkurrenzen.

Leistungsorientierte Beschaffungsform
Leistungsofferten eignen sich für Aufgaben, für die keine planerischen Lösungsansätze des Anbieters notwendig sind, um das Ziel der Beschaffung zu erreichen. Die Angebote umfassen Beiträge betreffend den Zugang zur Aufgabe sowie Angaben zum Anbieter und enthalten ein Preisangebot für Planerleistungen. Die Leistungsofferte oder Ausschreibung von Dienstleistungen ist die geeignete Beschaffungsform, wenn bei Dienstleistungen im Bereich der Architektur und des Ingenieurwesens, d.h. bei intellektuellen Dienstleistungen, der Wettbewerb oder die Studienaufträge nicht angewandt werden können.

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