Raumplanung
Im Raumentwicklungsbericht aus dem Jahr 2005 kommt das Bundesamt für Raumentwicklung ARE zum Schluss, dass die aktuelle Raumentwicklung in der Schweiz nicht nachhaltig ist und diverse Schwächen aufweist. In der Konsequenz schlägt der internationale Expertenbericht über die Raumplanung und Raumentwicklung in der Schweiz 2006 vor, "die Raumplanung von einer eher begrenzenden, die Entwicklung administrativ kontrollierenden Tätigkeit, zu einem Politikfeld mit eigenem Gewicht zu wandeln". Die Verfasser verstehen die Raumplanung denn auch "vorzugsweise als eine kreative und konzeptionelle Tätigkeit, die neue räumliche Angebote eröffnet und positive Anreize zur Entwicklung schafft."
In diesem Verständnis will der SIA mit seinen in Fachvereinen und Berufsgruppen vereinigten Fachkompetenzen verstärkten Einfluss auf die Neugestaltung der gesetzlichen Grundlagen zur Raumplanung und damit auf die künftige Entwicklung des Lebensraumes Schweiz nehmen.
- Zusammen mit Partnerorganisationen analysiert der SIA die aktuellen Entwicklungen, Trends und Herausforderungen der Raumplanung und antizipiert wichtige Aufgaben der Zukunft.
- Der SIA bringt seine Fachkompetenz in Arbeitsgruppen, Gremien und Organisationen ein, welche die Raumentwicklung der Schweiz prägen.
- Mit seinen Publikationen und im Rahmen von Veranstaltungen und Fachtagungen greift der SIA aktuelle Fragen der Raumplanung auf und zeigt mit der Dokumentation von Fallbeispielen mögliche Lösungswege auf.
- Mit seinen Normen und Ordnungen stellt der SIA seinen Fachleuten die notwendigen Berufsinstrumente zur Verfügung.
- Im Rahmen von SIA-Form bietet der SIA seinen Fachleuten gezielte Weiterbildungsangebote im Bereich der Raumplanung an.
Umsichtig denken und handeln
Die künftige Raumplanung verlangt zuallererst nach Vorstellungksraft. Es müssen Vorstellungen und Bilder entworfen, Szenarien durchgespielt werden, wie sich die Schweiz und deren Teilräume entwickeln können und sollen. In der konkreten Umsetzung sind die historisch gewachsene, dichte Kulturlandschaft, heutige Nutzungsansprüche, die Bedürfnisse kommender Generationen sowie die langfristig dafür zur Verfügung stehenden Ressourcen sorgfältig gegeneinander abzuwägen.
Zukunftsorientierte Raumplanung kann und darf sich nicht an der Summe einzelner Ortsplanungen orientieren oder auf die Suche nach dem besten Kompromiss zwischen Einzelinteressen beschränken. Die Akteure der Raumplanung müssen in Gesamtsystemen denken und die Auswirkungen ihrer Arbeiten auf Gesamtsysteme antizipieren.
Neue Kompetenzen und Methoden
Gerade was die kreative Konzipierung des Lebensraums und die dafür notwendige interdisziplinäre Zusammenarbeit anbelangt, sind die Aufgaben der Zukunft wesentlich anspruchvoller als bisher angenommen. Es braucht daher innovative Methoden, neue Formen der Zusammenarbeit und neue Kompetenzen der beteiligten Akteure.
Die Methoden müssen die Fachleute in der disziplinenübergreifenden Zusammenarbeit unterstützen. Städtebauliche und architektonische Qualitäten, Konzepte zur Mobilitätsbewältigung, ökonomische Aspekte und Erkenntnisse aus den Sozialwissenschaften müssen in die Lösungssuche einbezogen werden.
Darüber hinaus muss es gelingen, die Resultate für Laiengremien – wie es die politischen Akteure in unserem Land eben häufig sind – verständlich zu machen. Nur so kann eine sachliche Diskussion der Konsequenzen der vorgeschlagenen Lösungen gewährleistet werden.
Bestehende Quartiere verdichten und erneuern
Um die Zersiedelung zu begrenzen müssen bestehende Quartiere unter besonderer Berücksichtigung der Lebensqualität und der Baukultur erneuert und verdichtet werden.
Stichworte: Erneuerung der Bausubstanz, energetische Sanierung, Erdbebenertüchtigung, Schaffung von zusätzlichem Wohn- und Arbeitsraum.
Siedlungen und Verkehrsinfrastrukturen koordiniert weiterentwickeln
In den kommenden Jahren werden von der öffentlichen Hand weitere Milliarden Schweizer Franken in den Ausbau und den Unterhalt leistungsfähiger Verkehrsinfrastrukturen investiert. Langfristig finanzierbar sind diese aber nur dann, wenn ihre Entwicklungen mit der Siedlungsentwicklung koordiniert werden.
agenda
1. Semester 2012 | 26. Januar, 27. Januar und 9. Februar 2012, 9 bis 17 Uhr
Stakeholder-orientierte Raumentwicklung
Kurs für Projektleiter, Architekten, Ingenieure und Planer, die in raumrelevanten Prozessen arbeiten