Naturgefahren

Viele Schäden aufgrund von Naturgefahren beruhen auf Fehlplanungen, die im Grunde vermeidbar gewesen wären. Um das naturgefahrengerechte Planen und Bauen zu fördern, hat der SIA das Thema Naturgefahren zum Kernthema erklärt und erste Handlungsfelder definiert.

Gemeinsam mit diversen Partnern, darunter auch dem SIA, hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) 2011 das Projekt Aufgabenteilung zwischen Versicherungen und der öffentlichen Hand im Bereich Naturgefahren lanciert. Soll die Versicherbarkeit des Risikos in Zukunft tragbar bleiben, sind alle Partner aufgefordert, ihren spezifischen Beitrag zu leisten.

Als Resultat des im Herbst 2012 abgeschlossenen Projekts liegt nun ein Massnahmenpaket mit folgender Priorisierung vor:

  • Entwicklung einer Methodik zur Definition des risikobasierten Schutzgrads;
  • Bekanntmachung und Förderung des Risikodialogs Naturgefahren (vgl. dazu auch www.planat.ch);
  • Einführung einer gesamtschweizerischen Erdbebenversicherung;
  • Erstellung eines gemeinsamen Ausbildungskonzepts im Bereich Naturgefahren;
  • Schaffung einer Koordinationsplattform für die Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Hand und den Versicherungen im Bereich Naturgefahren;
  • Aufbau einer gesamtschweizerischen GIS-Plattform zu Naturgefahren und Risiken;
  • Ausarbeitung von risikobasierten Richtlinien für die Siedlungsentwicklung;
  • Bereitstellung eines verbindlichen Regelwerks für das naturgefahrengerechte Bauen;
  • Erarbeiten von Anreizsystemen für die Förderung von Objektschutzmassnahmen.

Neues Kernthema des SIA

Aus dem Massnahmenkatalog des BAFU hat eine Spurgruppe unter der Leitung von Cla Semadeni, ehemaliger Kantonsplaner Graubünden, für den SIA relevante Handlungsfelder abgeleitet. Darauf aufbauend hat der Vorstand des SIA im April 2013 beschlossen, das Thema Naturgefahren und Objektschutz für die kommenden drei Jahre zu einem strategischen Kernthema des SIA zu machen.

Im Fokus der Arbeiten des SIA stehen folgende Aufgaben:

  • Sensibilisierung für die Naturgefahrenproblematik bei allen am Bauwerk Schweiz Beteiligten;
  • Gezielte Förderung der Kompetenz der Fachleute des SIA im Rahmen des Weiterbildungsangebots von SIA-Form und in enger Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen;
  • Ermittlung des Anpassungsbedarfs der Normen und Ordnungen in Bezug auf das naturgefahrengerechte Bauen;
  • Etablierung der Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen wie dem BAFU, weiteren Bundesstellen, Versicherungen, Verbänden sowie Fachorganisationen.