die schweiz 2050 - lebensraum und bauwerk

 

Das Forschungsprojekt des SIA unternimmt eine raumstrategische Recherche zur Schweiz der Jahrhundertmitte. Ziel ist eine ganzheitliche und praxisorientierte Vision. Das breit abgestützte und ambitionierte Projekt bringt Praxis und Wissenschaft, öffentliche und private Akteure zusammen.

Im Zentrum einer ganzheitlichen Auseinandersetzung mit dem Raum Schweiz im Jahre 2050 stehen die Themen Lebensqualität trotz Entwicklungsdruck, nachhaltige Nutzung sowie Gestaltung von Landschaft und gebautem Lebensraum, Umweltschutz, effektive Energieversorgung und Mobilität.

Der SIA ist sich der Schlüsselrolle bewusst, die ihm bei der zukunftsfähigen Umgestaltung des Bauwerks und des Lebensraums Schweiz zukommt und nimmt seine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft von morgen wahr. Wie funktioniert die Schweiz in der Jahrhundertmitte als Heimat für eine wachsende Einwohnerschaft?

 

Lebensqualität für eine wachsende Schweiz vordenken und planen

Wir wollen eine ganzheitliche Raumstrategie definieren, die sich um das Bauwerk und den Lebensraum kümmert, die als Grundlage für die Weiterentwicklung der Schweiz dient und im Sinne des Standortvorteils einen zentralen Beitrag zur Planungs- und Baukultur leistet. Ziel ist ein attraktives, gewünschtes und realisierbares Gesamtbild der Schweiz zur Jahrhundertmitte.

Wir haben die Initiative ergriffen und im Sommer 2015 die Pilotphase von «Die Schweiz 2050» lanciert. Das breit abgestützte Projekt von nationaler Bedeutung bringt Praxis und Wissenschaft, öffentliche und private Akteure zusammen. Neben einer bereits involvierten Berufsgruppe des SIA arbeiten zwei renommierte Forschungsgruppen der ETH Zürich interdisziplinär zusammen und entwickeln auf der Basis von Fallstudien erste Elemente. Weitere interne wie externe Partner werden in der kommenden Projektphase dazukommen.

 

Beruflicher Mehrwert und Vorausschau im Mittelpunkt

«Die Schweiz 2050» soll unseren 16’000 Mitgliedern konkreten Nutzen und beruflichen Mehrwert bringen – als Grundlage für die zukünftige Ausgestaltung des Normenwerkes, für die Vorausschau ebenso wie für die Qualität unserer Dienstleistungen und Weiterbildungsangebote. Und nicht zuletzt wird das ambitionierte Projekt Kriterien und Argumente für das tägliche Handeln unserer Mitglieder liefern. Die Weiterentwicklung der Interdisziplinarität, die Zusammenarbeit von Architektinnen und Ingenieuren mit Blick auf die Realisierung notwendiger Projekte steht ganz in der Tradition des SIA.

 

Fallstudien und thematische Module zur Entwicklung einer ganzheitlichen Vision

Auf der Basis von Fallstudien und thematischen Modulen wird eine ganzheitliche, bebilderte Vision für die Raumstrategie der Schweiz 2050 entwickelt. Das 2015 ausgelöste Projekt besteht aus einer Pilotphase (2015–2016) und einer Projektphase (2016–2020).

In der Pilotphase haben zwei Forschungsgruppen den Auftrag erhalten, mittels Fallstudien erste Elemente einer Raumstrategie zu entwerfen. Einen dritten Auftrag ging an eine Berufsgruppe des SIA für die Erarbeitung eines thematischen Moduls. Zusätzliche Forschungsprojekte sind in Vorbereitung.

  • ETH Zürich Labore U-TT und LEC, Swiss AIM für die Fallstudie Aarau-Olten

    Seit September 2015 arbeiten die ETHZ-Institute Laboratory for Energy Conversion (LEC) und Urban Think Tank (U-TT) an der Entwicklung einer Plattform, welche die für die Raumentwicklung notwendigen Informationen aufbereitet und auswertet. Die verantwortlichen Professoren sind Prof. Reza Abhari (LEC) und Prof. Hubert Klumpner (U-TT). Für das Projekt verantwortlich ist Dr. Anna Gawlikowska (LEC, U-TT).

    Als Plattform dient das Tool «Swiss Architectural Intelligence Models» (Swiss AIM), das auf einer vom LEC selbstentwickelten Software (EnerPol) zur Planung von Infrastruktursystemen im Energiebereich beruht. Swiss AIM veranschaulicht repräsentative, datenbasierte Modelle, welche die Bewertung unterschiedlicher Szenarien ermöglichen. Aufgrund seines multidisziplinären Ansatzes kann Swiss AIM entscheidungsrelevante Themen wie Demografie, Raumplanung, Umwelt, Infrastruktur, Energie, Verkehr und Transport miteinander verknüpfen. Swiss AIM ermöglicht eine ganzheitliche Sicht und dient der Simulation einer gewünschten und realisierbaren Zukunft.

Creating a Vision of Switzerland in 2050, Swiss AIM (LEC und U-TT), ETH Zürich

Während der Pilotphase werden vorerst am Fallbeispiel Aarau-Olten datenbasierte Modelle und Szenarien erarbeitet. In der Projektphase wird Swiss AIM auf die ganze Schweiz ausgedehnt.

  • ETH Studio Basel, Fallstudie Metrobasel, Urbanisierung der Schweiz

    Parallel zu U-TT und D-MAVT/LEC arbeitet das ETH Studio Basel anhand der Bohrung im Metropolitanraum Basel (Perimeter Metrobasel, inklusive französische und deutsche Teile) an der Problematik der Zersiedlung. Die Professoren Jacques Herzog und Pierre de Meuron beabsichtigen gemeinsam mit der Projektverantwortlichen Charlotte von Moos, ein die offizielle Planung kritisch hinterfragendes Bild von «Die Schweiz 2050» zu erarbeiten. Ziel ist es, ein wünschbarer Zustand des Schweizer Territoriums mit gebauten und nicht-gebauten Gebieten als zusammenhängendes Ganzes zur Darstellung zu bringen. Das zu entwickelnde Gesamtbild baut auf früheren Forschungsprojekten des ETH Studio Basel sowie auf diversen Prognosen und Trends auf, die bewertet und gewichtet werden.

    Als wichtigste These dient die Maxime «Auf das Gebaute bauen». Kernfragen lauten: Wie kann man bei einem angenommenen Schweizerischen Bevölkerungswachstum von 25% (von 8 auf 10 Millionen Menschen) der Fragmentierung der Planung entgegenwirken, baulich und programmatisch verdichten sowie über politische Grenzen hinaus denken? Ist es möglich, das Bevölkerungswachstum innerhalb der bestehenden Siedlungsgebiete aufzuteilen und das Nicht-Gebaute – die Landschaft – ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu stellen? Wie könnte eine solche Idee umgesetzt werden?

    Die in der Pilotphase für den Metropolitanraum Metrobasel entwickelte Arbeitsmethode wird in der Projektphase auf die ganze Schweiz ausgeweitet.

  • Berufsgruppe Umwelt des SIA (BGU), thematisches Modul «Landschaft»

    Die Berufsgruppe Umwelt des SIA (BGU) wird mit der Erarbeitung des thematischen Moduls «Landschaft» beauftragt. Damit wird die Position des SIA in die Landschaftsdiskussion eingebunden und kann als Grundlage für eine künftige Landschaftsstrategie in «Die Schweiz 2050» dienen. Dieses Modul übernimmt Pilotfunktion für den Einbezug weiterer Berufsgruppen des SIA während der Projektphase.