neu und alt

Mächtige Bauten für prächtige Sammlungen?

Museen und Museumsbauten boomen. Laut Bundesamt für Statistik gehen Schweizer öfter ins Museum als in ein Konzert oder ins Kino. Damit ist ein Museumsbesuch die häufigste kulturelle Aktivität. Gleichzeitig werden zahlreiche Museumsbauten geplant oder verwirklicht. Die Gründe dafür sind vielfältig. Auf Seiten der Museen verlangen wachsende Sammlungen nach mehr Ausstellungsfläche. Der Wandel der Museen zu Orten der Begegnung und des Mitmachens schafft ausserdem neue räumliche Bedürfnisse. Im Wettbewerb der Städte wiederum sollen Museumsbauten Aufmerksamkeit generieren.

Vor welchen Hindernissen stehen Museen, die einen Neu- oder Erweiterungsbau planen? Wie schaffen die neuen Bauten den Spagat zwischen Tradition und Zukunft der Häuser? Unter dem Titel „Mächtige Bauten für prächtige Sammlungen?“ laden die Nationale Informationsstelle zum Kulturerbe NIKE, das Architekturforum Bern und der SIA am 7. September zu einer Abendveranstaltung ins Kunstmuseum Bern ein. Hintergrund sind die Europäischen Tage des Denkmals, die dieses Jahr unter dem Motto „Macht und Pracht“ stehen.

Thomas Pulver von Graber Pulver Architekten stellt das durch einem ikonischen Bau erweiterte Musée d’Ethnographie in Genf vor, das gerade als Europäisches Museum des Jahres ausgezeichnet worden ist. Sabine Nemec-Piguet, kantonale Denkmalpflegerin von Genf, präsentiert mit dem geplanten Archäologiemuseum Bastion-Saint-Antoine einen komplett neuen Bau für eine neue Institution. Thomas Soraperra, Kaufmännischer Direktor des Kunstmuseums Bern, berichtet über die Sanierung und interne Erweiterung des Museums, zu der sein Haus sich entschied, nachdem ein Architekturwettbewerb für einen Erweiterungsbau gescheitert war. An die Vorträge schliessen sich eine durch Claudia Schwalfenberg, Verantwortliche für Baukultur des SIA, moderierte Diskussion und ein Apéro an. Beginn ist um 18:30 im Festsaal des Kunstmuseums. Der Eintritt ist frei.

Foto: © Leo Fabrizio

öffentlicher Raum im umbruch

Die Renaissance der Städte und ein boomender Städtetourismus haben das Interesse an öffentlichen Räumen neu geweckt. Gleichzeitig stehen grundsätzliche Qualitäten des öffentlichen Raums in Frage. Im Fokus der Debatte standen lange Zeit die Schmuckplätze in den historischen Zentren. Zunehmend geraten aber auch unscheinbare Flächen an den Stadträndern in den Blick. Unter dem Titel „Stadtreparatur durch öffentliche Plätze?“ luden die Nationale Informationsstelle zum Kulturerbe NIKE, das Architekturforum Bern und der SIA am 7. September 2016 zu einer gemeinsamen Veranstaltung ins Haus der Religionen nach Bern ein. Im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals und des Gartenjahrs 2016  beleuchten Mark Werren, Stadtplaner der Stadt Bern, und Cordelia Polinna vom Urban Catalyst Studio in Berlin, was es braucht, damit öffentlich Räume zu einer hohen Lebensqualität in den Städten beitragen. Claudia Schwalfenberg, Verantwortliche Baukultur des SIA, moderierte die Podiumsdiskussion.

Städtebau für Spitzenmedizin

Moderne Krankenhäuser und Städtebau scheinen auf den ersten Blick ein Widerspruch. Wie ein grosses Universitätsspital in die Zukunft entwickelt werden und dabei gleichzeitig an räumlicher Identität gewinnen kann, zeigte eine Veranstaltung am 26. August 2015 im Bernischen Historischen Museum. Auf Einladung von NIKE (Nationale Informationsstelle zum Kulturerbe), Architekturforum Bern und SIA stellten Norbert Schachtner von Henn Architekten aus München und Jean-Daniel Gross, Denkmalpfleger der Stadt Bern, ihre Sicht auf den Masterplan des geschichtsträchtigen Inselspitals vor.

Identität durch Städtebau: Architekt Norbert Schachtner (links) und Denkmalpfleger Jean-Daniel Gross (rechts) im Gespräch mit Moderatorin Claudia Schwalfenberg (Fotograf: Dominique Uldry, Bern)
Bis 2060 gedacht: Das Mastermodell des geschichtsträchtigen Inselspitals in Bern. (Copyright: Henn Architekten)

Industrieareale zu Stadträumen

Viele aktuelle Bauprojekte erheben den Anspruch, eine Stadt in der Stadt zu schaffen – so auch das Toni-Areal in Zürich und das Gurten-Brauerei-Areal bei Bern. Wie die Transformation der beiden Industrieareale gelungen ist, beleuchtete eine Kooperationsveranstaltung des SIA mit der Nationalen Informationsstelle zum Kulturerbe NIKE und dem Architekturforum Bern am 9. September 2014 im dortigen Kornhausforum.

Donat Senn, Co-Geschäftsleiter von GWJ Architektur (links), und Marco Castellano, Leiter Raum/Bau ZHdK (rechts) im Gespräch mit Claudia Schwalfenberg, Verantwortliche Baukultur SIA. (Foto: Manu Friedrich)

ohne wert kein denkmal

Die Erneuerung von Denkmälern der 1950er- und 60er-Jahre stellt alle Beteiligten vor grosse Herausforderungen. Zentral ist die Bestimmung des Denkmalwerts, so das Fazit einer Veranstaltung im Vorfeld der Europäischen Tage des Denkmals am 4. September 2013 in Bern. Franz Graf und Giulia Marino von der EPFL stellten ihre Studie zur Sanierung der Genfer Grosssiedlung Le Lignon vor, Stanislas Rück vom Kanton Freiburg präsentierte Überlegungen zur Erneuerung des Rathauses von Romont. Sie sprachen auf Einladung des SIA, der Nationalen Informationsstelle für Kulturgütererhaltung Nike und des Architekturforums Bern.

Stanislas Rück
Franz Graf

Denkmalschutz versus zeitgenössische Baukultur?

„Denkmalschutz versus zeitgenössische Baukultur?“ lautete das Thema eines Sessionsanlasses am 19. September 2012 im Hotel Bellevue Palace in Bern. Vor Parlamentariern und Fachleuten entwickelte Roger Diener dort sechs Thesen zur Pflege der Baukultur (s. Download rechts).

Kompositorische Denkmalpflege

Lange Zeit suchten Architekten in der Auseinandersetzung mit Denkmalen einen bewussten Bruch. Heute steht das Zusammenfügen im Vordergrund. Im Vorfeld der Europäischen Tage des Denkmals präsentierten Marco Graber und Roger Diener am 4. September 2012 in Bern zwei Projekte, die das Verhältnis von Alt und Neu am Beispiel von Stein und Beton neu ausloten. Die Veranstaltung des Architekturforums Bern, der Nationalen Informationsstelle für Kulturgüter-Erhaltung NIKE und des SIA Schweiz zog über 100 Besucher an.

Veranstaltungsbericht

 

Roger Diener, Claudia Schwalfenberg (Moderatorin) und Marco Graber während der Diskussion über das Verhältnis von Alt und Neu im Kornhausforum Bern (Foto: Philipp Zinniker)