13.07.2017 | sia online | Claudia Schwalfenberg

Mächtige Bauten für prächtige Sammlungen?

Die Museumslandschaft wandelt sich. Gefragt sind innovative Konzepte für offene, überraschende Häuser. Eine Abendveranstaltung im Kunstmuseum Bern geht der Frage nach, wie neue Gebäude diesem Anspruch gerecht werden.

Museen und Museumsbauten boomen. Laut Bundesamt für Statistik gehen Schweizer öfter ins Museum als in ein Konzert oder ins Kino. Damit ist ein Museumsbesuch die häufigste kulturelle Aktivität. Gleichzeitig werden zahlreiche Museumsbauten geplant oder verwirklicht. Die Gründe dafür sind vielfältig. Auf Seiten der Museen verlangen wachsende Sammlungen nach mehr Ausstellungsfläche. Der Wandel der Museen zu Orten der Begegnung und des Mitmachens schafft ausserdem neue räumliche Bedürfnisse. Im Wettbewerb der Städte wiederum sollen Museumsbauten Aufmerksamkeit generieren.

Vor zwanzig Jahre eröffnete das Guggenheim Bilbao, das mit seiner Aufsehen erregenden Architektur einen bemerkenswerten Aufschwung der baskischen Flussstadt einläutete und den Boom von Museumsbauten beflügelte, aber teilweise auch ein kritikwürdiges Wettrennen um selbstverliebte Solitäre. In der Schweiz haben jüngere Neu- und Erweiterungsbauten von Museen ebenfalls Landmarken geschaffen, ob das Landesmuseum Zürich, die Kunstmuseen in Basel oder Chur, die Stadtmuseen in Aarau oder Rapperswil-Jona, das Musée d’Ethnographie in Genf oder das LAC Lugano Arte e Cultura.

Vor welchen Hindernissen stehen Museen, die einen Neu- oder Erweiterungsbau planen? Wie schaffen die neuen Bauten den Spagat zwischen Tradition und Zukunft der Häuser? Unter dem Titel «Mächtige Bauten für prächtige Sammlungen?» laden die Nationale Informationsstelle zum Kulturerbe NIKE, das Architekturforum Bern und der SIA am 7. September zu einer Abendveranstaltung ins Kunstmuseum Bern ein. Hintergrund sind die Europäischen Tage des Denkmals, die dieses Jahr unter dem Motto «Macht und Pracht» stehen.

Thomas Pulver von Graber Pulver Architekten stellt das durch einen ikonischen Bau erweiterte Musée d’Ethnographie in Genf vor, das gerade als Europäisches Museum des Jahres ausgezeichnet worden ist. Sabine Nemec-Piguet, kantonale Denkmalpflegerin von Genf, präsentiert mit dem geplanten Archäologiemuseum Bastion-Saint-Antoine einen komplett neuen Bau für eine neue Institution. Thomas Soraperra, Kaufmännischer Direktor des Kunstmuseums Bern, berichtet über die Sanierung und interne Erweiterung des Museums, zu der sein Haus sich entschied, nachdem ein Architekturwettbewerb für einen Erweiterungsbau gescheitert war. An die Vorträge schliessen sich eine durch die Autorin moderierte Diskussion und ein Apéro an. Beginn ist um 18:30 im Festsaal des Kunstmuseums. Der Eintritt ist frei.

Dr. Claudia Schwalfenberg
Verantwortliche Baukultur SIA
claudia.schwalfenberg(at)sia.ch


«Mächtige Bauten für prächtige Sammlungen?»
Eintritt frei
7. September 2017
18:30 Uhr im Festsaal des Kunstmuseums Bern

Foto: Leo Fabrizio