01.04.2013 | blickwinkel | Mike Siering

Büro 4.0 - Die neue Heimat ist der Laptop

Zufriedenheit und bezahlte Arbeit seien zwei unvereinbare Konstrukte. So in etwa beschrieb Aristoteles im vierten Jahrhundert vor Christus die lange geltende Auffassung von Arbeit. Heute ist ein bemerkenswertes Merkmal der modernen Arbeitswelt die Auffassung, dass Arbeit zufrieden, erfüllt und glücklich machen sollte1. Die Bedeutung der Arbeit für die eigene Identität spiegelt sich darin wider, dass wir neuen Bekannten die Frage nach dem beruflichen Tun noch vor der Frage nach Privatem stellen. Der Schriftsteller Alain de Botton konstatierte einmal, dass heute die Meinung vorherrsche, «dass der Weg zu einer bedeutungsvollen Existenz unweigerlich durch das Tor der lukrativen Beschäftigung zu führen hat». So wie sich unser Verständnis von Arbeit im Laufe der Zeit vollständig gewandelt hat, so hat sich auch unsere Art und Weise zu arbeiten gerade in den letzten Jahren massiv verändert. Digital vernetzte und mobile Endgeräte erlauben heute eine weitgehend selbstorganisierte und zeitlich-räumlich unabhängige Gestaltung der Wissensarbeit. Der Frage, welche Auswirkungen diese Flexibilisierung der Arbeit auf die Führung von Architektur- und Ingenieurbüros, auf deren Mitarbeitende sowie auf die Anforderungen an die Büroräumlichkeiten haben, wollen wir in diesem Beitrag nachgehen.