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03.07.2009

Werte nach aussen tragen


Seit Anfang Juni ist Hans-Georg Bächtold neuer Generalsekretär des SIA. In seiner Begrüssungsansprache gab er einen ersten Einblick in seine Arbeitsweise und sein Verständnis der Aufgabe des SIA-Generalsekretariats.

Da habt ihr euren Pfeiler, aber ich habe meine Brücke, zitiert der neue SIA-Generalsekretär (vgl. TEC21, 1-2/2009), Hans-Georg Bächtold, in seiner Begrüssungsansprache am 2. Juni den Erbauer der Schaffhauser Rheinbrücke (1758). Eine Sage berichtet, dass der Ingenieur Hans Ulrich Grubenmann trotz gegensätzlicher Auflage die Brücke so konstruiert habe, dass sie ohne Mittelpfeiler auskam. Unter obigem Ausruf soll er bei der Eröffnung die Keile unter den Auflagern weggeschlagen haben. Weiter erinnert Bächtold an Alexandre Gustave Eiffel, bekannt für seinen Pariser Eiffelturm (Weltausstellung 1889), aber auch Erbauer verschiedener Brücken in der Schweiz. "Beide waren nicht nur geniale Ingenieure, sondern gleichzeitig auch Gestalter, die es verstanden haben, Zeichen zu setzen - und dafür auch Widerstände in Kauf zu nehmen und Wagnisse einzugehen", erklärt Bächtold seine Faszination.

Hans-Georg Bächtold selbst hat als Kantonsplaner von Basel-Landschaft von 1998 bis 2008 das Amt für Raumplanung geleitet. Neben mehreren Grossprojekten wie dem Projekt Salina Raurica hat das Amt für Raumplanung unter seiner Leitung eine Vielzahl von Wettbewerben durchgeführt. Die auffallend projektorientierte Arbeitsweise führt Bächtold auf sein erklärtes Ziel zurück: Die stark technische und planorientierte Raumplanung in eine umsetzungsorientierte Schlüsseldisziplin zur regionalen Entwicklung zu verändern, wahrnehmbar und erlebbar für die Öffentlichkeit. Auch in Bezug auf seine neue Aufgabe als Generalsekretär des SIA betrachtet Bächtold die Vermittlung als wesentlichen Bereich - einerseits im Sinne der Zusammenführung der Mitarbeitenden des Generalsekretariats und der verschiedenen Organe des SIA zu einer tatkräftigen Organisation, andererseits im Sinne der Kommunikation gegen aussen. Der zentrale Beitrag der Ingenieure und Architekten an die Erstellung, Erhaltung und Weiterentwicklung des Bauwerks und - ganz wichtig - auch des Lebensraums Schweiz werde in der Gesellschaft bisher zu wenig anerkannt, so Bächtold. Diesbezüglich erachtet er insbesondere den von der Direktion verabschiedeten Schwerpunkt 2009/10 Stärkung der politischen Präsenz und des Einflusses des SIA als wesentlich. Der SIA steht für Qualität und Kompetenz, ist eine Sprache mit grosser Kraft, sagt Bächtold, durch sie sei eine gemeinsame Basis für Ingenieure und Architekten geschaffen worden. Nun gelte es, seine Werte nach aussen zu tragen. Dabei betont Bächtold die Wichtigkeit der Aufgabe des SIA als politischer Berater.

Konkrete Massnahmen möchte Bächtold noch keine nennen: Die Stelle als Generalsekretär beim SIA habe ich nicht angenommen, um zu sanieren, sondern um weiterzuführen, führt Bächtold aus. Kurzfristige Änderungen seien daher von ihm keine zu erwarten. Während der ersten drei Monate ginge es ihm darum, die Mitarbeitenden kennen zu lernen, die Prozesse und Abläufe zu beobachten und schliesslich den Handlungsbedarf, den Handlungsspielraum und die Handlungsmöglichkeiten zu beurteilen. Nach Ablauf dieser Zeit werde er seine ersten Wahrnehmungen darlegen und aufzeigen, wo aus seiner Sicht Verbesserungen sinnvoll sind und wie diese umzusetzen sind.