verein    aktuell    praxis  d | f   download   forum   links   kontakt  |  suchen    
home  

News



15.05.2009

Energieleitbild Bau


Der SIA hat das "Energieleitbild Bau" veröffentlicht und legt so seine Ziele für den Umgang mit Energie im Gebäudepark Schweiz fest. Die Direktion unterstreicht damit die Strategie des SIA, aktiv, lösungsorientiert und wirksam in die Energieproblematik einzugreifen. Im Folgenden ist das Positionspapier in voller Länge zu lesen:

1. Der SIA fordert, den Gebäudepark Schweiz konsequent auf ein nachhaltiges Fundament zu stellen und mit der Ressource Energie intelligent umzugehen.

Der SIA und seine Mitglieder stellen sich konsequent der Verantwortung, den Gebäudepark Schweiz auf ein nachhaltiges Fundament zu stellen. Sie stehen dafür ein, dass mit der Ressource Energie intelligent umgegangen wird und dass sämtliche Bauwerke der Schweiz so erneuert oder neu erstellt werden, dass sich ihr Verbrauch an fossiler Energie und ihre Emissionen von Treibhausgasen minimieren. Zusätzlich soll das Repertoire erweitert werden mit neuen, innovativen Technologien und dem Einsatz von erneuerbaren Energien. Basis für die Umsetzung bildet der SIA-Effizienzpfad Energie, der in einer umfassenden Betrachtungsweise Zielwerte festlegt und den Weg hin zu einem 2000-Watt-kompatiblen Bauen aufzeigt. Langfristig werden eine Primärenergiedauerleistung von 2000 Watt pro Kopf und die Emission von maximal einer Tonne CO2-Äquivalente pro Kopf und Jahr angestrebt. Neubauten müssen bezüglich Energiebedarf und der Emission von Treibhausgasen über den gesamten Lebenszyklus den Anforderungen der 2000-Watt-Gesellschaft genügen.

2. Der ganzheitliche Ansatz und die Betrachtung über den gesamten Lebenszyklus stehen im Vordergrund. Beim zukunftsfähigen Umgang mit Energie im Gebäudepark Schweiz beansprucht der SIA eine Führungsrolle.

Die erfolgreiche nachhaltige Umgestaltung des Gebäudeparks Schweiz, dessen Erneuerung oder Neubau können nur in einem ganzheitlichen architektonischen Prozess erfolgen. Einem Prozess, in dem ökonomische, ökologische, gestalterische und gesellschaftliche, insbesondere kulturelle Aspekte gleichermassen berücksichtigt, analysiert, bewertet und abgewogen werden müssen. Der Energieverbrauch wie auch die damit verbundenen Emissionen von Treibhausgasen und weiteren Schadstoffen müssen, gleich wie andere Kriterien, bei der Beurteilung eines Projektes in Planung, Bau, Betrieb und Rückbau, also über den ganzen Lebenszyklus, mit einbezogen werden. In der Raumplanung ist dem Aspekt der Energie umfassend Rechnung zu tragen, indem die Mobilität, die Verdichtung, aber auch Themen wie Versorgungsnetze bedacht werden. Jede Erneuerung muss, weil sie im Lebenszyklus eines Gebäudes nur wenige Male stattfindet, in Zukunft auch zur energetischen Optimierung genutzt werden. Der SIA ist mit seinem interdisziplinären Ansatz die prädestinierte Organisation, um die Vielzahl von Einflussgrössen, die es zu berücksichtigen gilt, adäquat miteinzubeziehen. Weil er darüber hinaus mit seinen Normen unverzichtbare Instrumente bereitstellt und weil die Fachleute SIA die notwendige Kompetenz mitbringen, muss und will der SIA eine Führungsrolle übernehmen bei der energetisch zukunftsfähigen Umgestaltung des Gebäudeparks Schweiz.

3. Unter Berücksichtigung des ganzheitlichen Ansatzes sind Effizienzstrategien mit hoher Priorität zu verfolgen.

Die schweizerische Energieversorgung basiert heute zu zwei Dritteln auf fossilen Energieträgern. Damit gehen drei Probleme einher, die sich rasch verschärfen: Die verursachten CO2-Emissionen tragen massgeblich zum Klimawandel bei; die Endlichkeit der nicht erneuerbaren Energien ist absehbar; die zukünftige Versorgung mit Öl und Gas ist unsicher und mit stark steigenden Kosten verbunden. Ein Ersatz der nicht erneuerbaren Energieträger durch erneuerbare Energien ist zu fördern. Dies wird jedoch nicht in der erforderlichen Geschwindigkeit möglich sein, deshalb sind die Effizienzstrategien mit hoher Priorität zu verfolgen. Dem Gebäudepark der Schweiz kommt in dieser Hinsicht eine zentrale Rolle zu - sind doch Bau, Betrieb und Erhaltung der Bauwerke für rund 50 Prozent des schweizerischen Energiekonsums verantwortlich.

4. Der zukunftsfähige Umgang mit Energie bestimmt massgeblich das Tun des SIA und seiner Mitglieder.

Der SIA fordert die Harmonisierung der Energievorschriften und -regelungen und setzt sich für die Bündelung der Aktivitäten im ganzen Bereich des zukunftsfähigen Umgangs mit Energie im Gebäudepark Schweiz ein. Er arbeitet aktiv mit allen an der energetischen Optimierung des Gebäudeparks Schweiz interessierten Kreisen zusammen, um dem Verbesserungsprozess die dringend nötige Dynamik zu verleihen. Die Initiative Energieeffizienz (IEE) leistet hier einen wichtigen Beitrag. In der Normierung richtet der SIA die Grenzwerte für den Energiebedarf nach dem fortgeschrittenen Stand der Technik, um so die für alle geltende Messlatte markant höher zu setzen. Zielwerte orientieren sich an den Anforderungen der 2000-Watt-Gesellschaft beziehungsweise dem SIA-Effizienzpfad Energie. Durch die Erarbeitung spezifischer Normen, Richtlinien und Merkblätter für die Erneuerung bestehender Gebäude sowie durch begleitende Schulungen unterstützt der SIA seine Mitglieder und interessierte Bauherren aktiv bei der energetisch zukunftsfähigen Erneuerung des Gebäudeparks.