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News



08.05.2009

Erste Präsidentenkonferenz 2009


Die Jahresrechung, die Revision der SIA-Wettbewerbsordnung 142, die neue Ordnung SIA 143 sowie die Wahl neuer Direktions- und ZNO-Mitglieder bildeten den Fokus der ersten Präsidentenkonferenz 2009 in Biel. Weitere Themen waren die neue Organisation des SIA-Vergabewesens und die internationalen Beziehungen des SIA.

Das Rechnungsjahr 2008 schliesst der SIA mit einem Verlust von rund 46'000 Franken ab. Damit sei das Ergebnis zwar negativ, trotzdem aber erheblich besser als im Vorjahr und als budgetiert, meinte Eric Mosimann, Generalsekretär des SIA. Eine Zunahme der Mitglieder und gute Verkäufe des webbasierten Normen-Abonnements i-Norm begünstigten diese Entwicklung. Ein weiterer Grund sei das erfreuliche Ergebnis von SIA-Service gewesen und schliesslich auch der geringer ausgefallene Personalaufwand im Generalsekretariat des SIA.

SIA 142/143

Bis anhin wurden sowohl Architektur- und Ingenieurwettbewerbe als auch die Grundprinzipien für die Durchführung von Studienaufträgen in der SIA-Ordnung 142 für Architektur- und Ingenieurwettbewerbe beschrieben. Inkohärente und unvollständige Aussagen zum Studienauftrag sowie dessen zunehmender Stellenwert führten 2007 zum Start der Arbeit an einer eigenen Ordnung 143 für Architektur- und Ingenieurstudienaufträge. Dabei habe sich aber schnell gezeigt, so Nathalie Rossetti, Direktionsmitglied des SIA, dass auch die Ordnung 142 gewisser Überarbeitungen bedurfte. Die in der Folge durchgeführten wesentlichen Ergänzungen und Änderungen sind: die neue Möglichkeit einer optionalen und anonymen Bereinigungsstufe, die Entschädigung des Gewinners bei einer Reduktion des in Aussicht gestellten Folgeauftrags, die Präzisierung der aus dem Wettbewerb resultierenden Ansprüche sowie die Erhöhung der Entschädigungen bei Missbräuchen und die Neuformulierung des Vorgehens bei Streitfällen. Neu wird in der Ordnung auch auf das Erstellen von Gutachten, Stellungnahmen und Konformitätsbescheinigungen durch die Kommission SIA 142/143 sowie das Verfassen von Erläuterungen und Kommentaren zur Interpretation und Anwendung der Ordnungen hingewiesen. Schliesslich wurden verschiedene Artikel um den Aspekt der Teambildung ergänzt und die Aufgaben sowie die Verantwortung der Wettbewerbsjury präzisiert. Die Direktion steht einstimmig hinter den neuen Ordnungen und wird sie den Delegierten des SIA am 15. Mai 2009 zur Verabschiedung vorlegen.

Wahlen

Mit Daniel Meyer und Laurent Vulliet schlägt die Direktion an der nächsten Delegiertenversammlung zwei hochkarätige Bauingenieure zur Wahl in die Direktion vor. Sie treten die Nachfolge des zurücktretenden Alfred Hagmann sowie von Peter Marti, der die Direktion bereits Ende des vergangenen Jahres verlassen hat, an. Der 47-jährige Meyer ist diplomierter Bauingenieur ETH und seit 1995 Mitinhaber des Büros Dr. Lüchinger und Meyer Bauingenieure in Zürich. Meyer unterrichtete zwischen 1995 und 2003 Baustatik und Tragwerksverhalten an der Bauingenieurabteilung der Fachhochschule Zürich und ist seit 2003 Dozent an der HTA Luzern für konstruktiven Glasbau. Seit 2004 ist er im Vorstand der SIA-Sektion Zürich. Ausserdem fungiert er als Mitglied des TEC21-Beirats. Laurent Vulliet, 51, ist ebenfalls diplomierter Bauingenieur ETH. Seit 1996 ist er Professor und Direktor des Soil Mechanics Laboratory an der Ecole Polytechnique Féderale in Lausanne (EPFL). Von 1999 bis 2001 leitete er als Vorsteher das Departements für Bauingenieurwesen an der EPFL, und von 2001 bis 2008 war er Dekan der Fakultät Environnement, Naturel, Architectural et Construit (ENAC). Seit Juli 2008 führt er als CEO die Geschäfte der Bonnard & Gardel Consulting Engineers in Lausanne. Auch in der Zentralkommission für Normen und Ordnungen (ZNO) ist eine Position neu zu besetzen. Die Direktion schlägt den Zürcher Architekten Christian Gautschi vor. Er tritt die Nachfolge von Markus Schäfle an. Der 52-jährige Gautschi arbeitet seit 1988 als selbstständiger Architekt und ist seit 1995 Teilhaber des Büros Gautschi - Storrer Architekten.

Direktionsausschuss Politik und Vergabewesen

Mit der Schaffung des neuen Direktionsausschusses Politik und Vergabewesen (P+V) (TEC21 10/09, S. 27) soll den Anliegen des SIA in Sachen Vergabewesen mehr Nachdruck verliehen werden. Markus Gehri, Leiter Normen und Ordnungen SIA, informierte die anwesenden Präsidenten über den neuen Ausschuss, mit dem die Handlungsmöglichkeiten der bestehenden Ordnungskommissionen verbessert und deren Bezug zur Direktion verstärkt werden soll. Über den neuen Ausschuss sollen in Zukunft nicht-normative Anliegen mit praxispolitischer Bedeutung direkter in die Direktion einfliessen können. Projekte mit normativer Bedeutung werden weiterhin Angelegenheit der Zentralen Ordnungskommission (ZOK) und anschliessend der Zentralkommission für Normen und Ordnungen (ZNO) sein. Mindestens einmal pro Jahr sollen Vertreter aus der ZOK und den ihr unterstellten Kommissionen ihre vergaberechtlichen Fragen mit dem Direktionsausschuss erörtern.

Marktchancen verbessern

Schweizer Planer müssen sich in einem globalisierten Markt positionieren können. Dem ist, nach Meinung der Direktion, mit den zukünftigen internationalen Aktivitäten des SIA Rechnung zu tragen. Mit der neuen Strategie der Direktion für internationale Beziehungen, über welche Pierre Henri Schmutz, Direktionsmitglied des SIA, informierte, sollen die Marktchancen der SIA-Fachleute im Ausland weiter verbessert und einer hohen Planungs- und Baukultur auch international Geltung verschafft werden. Übergeordnete Ziele sind dabei: weltweite Standards, besserer Marktzugang, kultureller Austausch und Wissenstransfer. Auf den wichtigen Beitrag der SIA-Fachleute im Inland aufmerksam machen die Architekturwochen "15n de l'architecture contemporaine". (TEC21 11/2009, S. 35). Die "15n" (quinzaine) geht auf die Initiative der Berufsgruppe Architektur (BGA) zurück und hat sich seit 2006 in der französischen Schweiz zu einem erfolgreichen Instrument der Öffentlichkeitsarbeit entwickelt. Seit 2007 beteiligen sich alle Sektionen aus der Romandie an der Aktion und 2009 auch die Sektion Bern. Guy Nicollier, Präsident der SIA-Sektion Waadt, schlug vor, ein überregionales Organisationskomitee zu bilden, um die Ausbreitung der "15n" voranzutreiben.

Thomas Müller, PR/Kommunikation SIA