Die Analyse bekannter Einstürze von Einstellhallen zeigt, dass die Hauptursachen des Versagens Planungsfehler, zu hohe oder nicht vorgesehene Lasten - insbesondere nicht plangerecht ausgeführte oder nachträglich erhöhte Erdüberdeckungen - Ausführungsfehler und Brandeinwirkung sind. Meist führte eine Kombination dieser Fehler zum Einsturz.
Einstürze können sich bei allen Konstruktionsarten ereignen. Besonders gefährlich sind Konstruktionen, die ohne sichtbare Vorwarnung wie Verformungen und Risse plötzlich einstürzen können (sprödes Tragverhalten). Ein Beispiel dafür war der Einsturz einer Einstellhalle in Gretzenbach im Jahr 2004, bei dem sieben Feuerwehrleute starben.
Die in der Schweiz bei Einstellhallen am häufigsten verwendete Konstruktionsart ist die Flachdecke aus Stahlbeton oder - weniger häufig - aus Spannbeton. Bei ihr gehen die Stützen direkt in die Decke über. Weist dieser Bereich Mängel auf, können die Stützen z.B. bei zu grosser Last ohne Vorwarnung die Decke durchstanzen. Weitere Tragsysteme bestehen aus Decken mit Unterzügen, aus Stahl-Beton-Verbundkonstruktionen oder aus vorgefertigten Betonelementen. Auch diese Konstruktionen können sich je nach Planungs- und Ausführungsqualität und den auf sie wirkenden Beanspruchungen (Last, Brand usw.) spröde verhalten.