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News



02.06.2008

Präsidentenkonferenz 1/08


An der ersten Präsidentenkonferenz 2008 von Mitte April informierte die Direktion des SIA die Präsidenten aus Berufsgruppen, Sektionen und Fachvereinen unter anderem über die Jahresrechnung 2007 und über die anstehenden Neuwahlen in die Direktion.

Das Ergebnis der Jahresrechnung 2007 sei unerfreulich, aber kein strukturelles Problem, meinte Markus Bühler, Direktionsmitglied und Quästor des SIA. Der Verlust sei mit 622'000 Franken vor Auflösung der Rückstellungen hoch, aber trotzdem um 233'000 Franken geringer als budgetiert. Nach Auflösung von Rückstellungen im Umfang von 495'000 Franken resultiere noch ein Negativergebnis von 128'000 Franken. Dem SIA bleiben nach wie vor über rund 4.9 Millionen Franken an Rückstellungen. Die Rechnung widerspiegle die verschiedenen Investitionen des SIA; SIA-Service braucht, trotz guter Entwicklung, nach wie vor Unterstützung. Im Weiteren fiel der Mieterausbau der Stockwerke elf und zwölf des Generalsekretariates an der Selnaustrasse in Zürich ins Gewicht. Wegen des Umbaus des SIA-Hauses entfiel auch 2007 die Dividende der SIA-Haus AG von rund 300'000 Franken. Im Bereich Normen und Ordnungen waren wichtige Investitionen nötig, zum einen in das Projekt Tragwerks­erhaltung sowie in die Entwicklung und Einführung der Webnorm SIA. Die seit Januar 2008 aufgeschaltete Shoplösung ermöglicht den Erwerb der Nutzungsrechte für SIA-Normen über Internet.

Topthemen

Die Direktion des SIA hat ihre Schwerpunktthemen überprüft und überarbeitet. Der Fokus liegt weiterhin auf dem praxisgerechten Vergabewesen sowie der Anerkennung der Kompetenzen des SIA und seiner Mitglieder. Auch will sie verstärkt im bildungspolitischen Umfeld mitwirken und die Werkvertragsnormen aufarbeiten. Einen aktiven Beitrag leistet die Direktion im Bereich Energie und CO2-Problematik: Als Schwerpunkte sollen die Kartierung des energierelevanten Gebäudebestandes, die gesamtschweizerische Verankerung eines einheitlichen Gebäudeenergieausweises SIA sowie die Aktualisierung des Energieleitbildes angegangen werden. Neu möchte sich die Direktion auch verstärkt dem Raumkonzept der Schweiz widmen. Sie zeigte sich befremdet, dass das neue Raumkonzept Schweiz faktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutiert wird. Solch grundlegende Themen sollten in einem offenen Dialog mit kompetenten Fachleute entwickelt werden. Deshalb will der SIA in Zusammenarbeit mit dem Fachverein für Raumplanung (FSU) verstärkten Einfluss auf die Revision des Raumplanungsgesetzes (RPG) und die zukünftige Entwicklung des Lebensraumes Schweiz nehmen.

Zum zweiten Mal Umsicht

Wie geplant und vereinzelt auch schon angekündigt, geht die Auszeichnung Umsicht - Regards - Sguardi des SIA in die zweite Runde. Die Direktion gab den Start des Projektes frei. Indem man auf den Erfolg der ­ersten Vergabe aufbaut, soll Umsicht zu einer Auszeichnung von schweizweiter Ausstrahlung werden. Bei der nächsten Auflage im Jahr 2009 gilt es, die Resonanz der Fachleute aus den Berufsgruppen Ingenieurbau, Technik und Industrie sowie Boden/Wasser/Luft zu verbessern. Ein weiteres Ziel ist, mehr Eingaben aus der Romandie und insbesondere dem Tessin zu erhalten. Mit Umsicht 2006/2007 ist es gelungen, eine neuartige und ganzheitlich geführte Nachhaltigkeitsdiskussion auszulösen. Das wichtige und massgebende Engagement der SIA-Fachleute im Dienste der Zukunftsfähigkeit konnte an Fachhochschulen, der ETH und verschiedenen anderen Foren breiten Kreisen vermittelt werden. Die erste Auflage von Umsicht verhalf dem SIA und seinen Mitgliedern zu einer aussergewöhnlichen Medienpräsenz. Auch liess sich das Schweizer Fernsehen für eine nationale Serie zum Thema Bauen für die Zukunft gewinnen, die gegenwärtig in Planung ist und auf Umsicht aufbaut. Die Wanderausstellung bot eine gute Gelegenheit in Zusammenarbeit mit Sektionen, Fachhochschulen, der ETH und diversen anderen Institutionen, überregional und auch im Ausland präsent zu sein. Auch konnten die Kontakte mit ausländischen Verbänden in Frankreich und Deutschland intensiviert werden.

ABB

Nach eingehender Prüfung und Analyse der Situation sowie einer Vernehmlassung zu ersten Veränderungsvorschlägen beurteilt die Direktion die Situation um die Allgemeinen Bedingungen Bauarbeiten (ABB) nach wie vor als kontrovers. Während die technischen Kommissionen und viele Ausschreibende sich ABB als unterstützende Hilfsmittel wünschen und deshalb eine systematische Gleichbehandlung aller Normen fordern, sind Stimmen aus Juristenkreisen der Meinung, dass ABB nur ausnahmsweise und wenn wichtige Gründe bestehen, erarbeitet werden sollten.

Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit

Die Sektion St. Gallen legt gemäss dem Präsidenten Erol Doguoglu einen neuen Schwerpunkt auf die Öffentlichkeitsarbeit. Jedes Quartal führt sie Behördengespräche auf kommunaler Ebene und einmal pro Jahr auch mit dem Kanton. Diese würden von beiden Seiten sehr geschätzt. Die Sektion besitzt seit kurzem eine eigene Webpage und beabsichtigt, auch eine eigene Geschäftsstelle aufzubauen. Ähnlich der Sektion Waadt wolle auch die Sektion St. Gallen erdgeschossige Räumlichkeiten im Zentrum der Stadt St. Gallen beziehen und damit dem SIA zu mehr Präsenz verhelfen. Guy Nicollier, Architekt EPFL und seit kurzem neuer Präsident der Sektion Waadt, vermeldete, dass die mittlerweile zum dritten Mal veranstalteten 15n ein grosser Erfolg gewesen seien. Mit diesen Wochen der zeitgenössischen Architektur und Ingenieurbaukunst luden die Sektionen Waadt, Genf, Neuenburg, Freiburg, Jura und Wallis dazu ein, aktuelle Bauten, begleitet von der Bauherrschaft, dem Architekten und dem Bauingenieur, kennen zu lernen. Die ursprünglich von der Sektion Waadt initiierten Besichtigungstage sind somit zu einer romandieweiten Aktion gewachsen und auf eine bemerkenswerte Medienresonanz sowie ein grosses Interesse in der Öffentlichkeit gestossen. Nach Meinung von Nicollier wäre es schön, die für den SIA und seine Mitglieder sehr wertvolle Aktion könnte sich mit der Unterstützung der Deutschschweizer und der Tessiner Sektionen zu einem gesamtschweizerischen Anlass entwickeln. Entsprechende Abklärungen werden folgen.

Thomas Müller, Leiter PR/Kommunikation SIA